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Ostfriesen studieren besser

Studiengebühren gehören an den meisten deutschen Universitäten und Fachhochschulen schon seit einiger Zeit zum Studienalltag. Auch vor dem kleinen, nicht gerade mit Wohlstand gesegneten Land fern der A 31 machten sie keinen Halt: So müssen die Studierenden der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven (FH OOW) seit 2006 Gebühren von 500 Euro pro Semester berappen. Trotzdem haben die Ostfriesen – wie so oft – dem Rest der Nation etwas voraus: Das studentische Mitspracherecht ist hier mehr als nur eine Worthülse. Gleichberechtigt mit den übrigen Entscheidungsträgern dürfen die Studierenden an ihren Fachbereichen über die Verwendung der Gelder entscheiden. Damit haben sie Einfluss auf immerhin 35 Prozent der insgesamt getätigten Ausgaben. Doch auch die restlichen Mittel werden zur Verbesserung der Studienbedingungen und nicht zum Stopfen von Haushaltslöchern verwendet – an anderen Unis teils gängige Praxis. Dabei werden sowohl Lehrmaterialien als auch zentrale Einrichtungen wie die Studienberatung sowie fächerübergreifende Projekte von den Gebühren finanziert. Zahlen für eine bessere Lehre – an der FH OOW ist dieser Grundsatz einer sinnvollen Studiengebührenerhebung beherzigt worden. Damit dürfte auch das Vorurteil vom "dummen Ostfriesen" bald nicht mehr als eine Legende sein …

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2 Responses to "Ostfriesen studieren besser"

  1. Fokke sagt:

    Moin!
    So wirklich entscheiden wir aber nicht über die Verwendung der Gelder. Unsere Präsidentin streicht u. a. zwölf Professorenstellen. Zudem bekommt beispielsweise die Bibliothek Gelder, die Öffnungszeiten bleiben aber unterirdisch gleich. Dabei wird argumentiert, dass die Öffnungszeiten ohne die zusätzlichen Gelder verkürzt worden wären. Machen wir uns nichts vor: Das Gros der Studiengebühren geht für Verwaltung & Co drauf, wir Studenten haben nicht viel davon.

    • Nina sagt:

      In der Pressemitteilung hat die Präsidentin darauf verwiesen, dass Studierende an ihren Fachbereichen über 35 % der Mittel mitbestimmen könnten. Die Frage ist natürlich, wie genau dies geschieht: Wenn sich die Studierenden nicht selbst engagieren, ist eine Beteiligung natürlich schwierig.
      Und was die Öffnungszeiten angeht: Ich denke, dass sie ohne Studiengebühren wirklich verkürzt worden wären. Denn der Hauptgrund für Gebühren bei uns in Deutschland ist ja derzeit, dass die Staatskassen leer sind. Deshalb darf man auch nur begrenzt eine Verbesserung erwarten; das Gros der Gelder wird wohl darauf verwendet werden, den Status Quo aufrecht zu erhalten.
      Ich persönlich finde das als Studentin auch sehr schade, zumal einige Leute auf diese Weise vom Studium ausgeschlossen werden. Aber ih finde es sehr begrüßenswert, wenn die Unileitung wenigstens versucht, das Beste mit dem Geld zu machen, und Studierende einzubeziehen – trotz aller notwenidgen Sparmaßnahmen.

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