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Tapfere Ostfriesen siegen beim Fischerstechen in Rorichum

Am Wochenende fand in Rorichum bei Leer ein Spektakel der besonderen Art statt. Auf dem Rorichumer Tief kämpften tapfere Ostfriesen beim so genannten Fischerstechen auf dem Wasser um Ehre und Ruhm. Bei dem Wettbewerb fahren zwei mit reiner Muskelkraft betriebene Paddelboote aufeinander zu. Am Heck der Boote stehen auf wackeligen Podesten zwei kräftige Personen mit gepolsterten Lanzen. Aufgabe ist es, den jeweiligen Kontrahenten ins kalte Nass zu befördern. Wer zuerst ins Wasser fällt, hat verloren.

Insgesamt nahmen 23 Mannschaften an dem spannenden Wettkampf teil. Nach hartem Fight setzten sich bei den Männern die „Seebauern“ aus Rorichum gegen die „Hippies“ aus Holtland durch. Dritter wurden die „Terborger Deepstöters“. Bei den Frauen gewannen die „Dolli Drops“, die „Sensenweiber“ hatten das Nachsehen.

Das Fischerstechen findet regelmäßig in vielen Teilen Europas statt und hat eine lange Tradition. In Deutschland reicht das überregional bekannte Ulmer Fischerstechen beispielsweise bis ins 14. Jahrhundert zurück. Als Vorlage gelten die sagenumwobenen Rittertuniere, bei denen edle, mit Lanzen bewaffnete Ritter auf ihren Pferden auf ihr Gegenüber zuritten und versuchten, den Gegner aus dem Sattel zu heben. Da sich im Mittelalter nur die wenigsten ein Ross leisten konnten, wandelten schlaue Fischer das beliebte Lanzenreiten ein wenig ab und verlegten es kurzerhand ins Wasser.

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