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Ein Hauch von Alfred Hitchcocks „Die Vögel“: Stare erobern Greetsiel

"Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle! Welch ein Singen, Musiziern, Pfeifen, Zwitschern, Tierelier’n!“, schrieb Hoffmann von Fallersleben in seinem bekannten Frühlingslied von 1837 zu Beginn der ersten Strophe. Und nur wenige Zeilen darauf nennt er die freudig erwarteten Besucher auch beim Namen: „Amsel, Drossel, Fink und Star – und die ganze Vogelschar“. Wer dieses schöne Lied dieser Tage im idyllischen Greetsiel singt, läuft akute Gefahr, von aufgebrachten Ostfriesen gelyncht zu werden. Denn wie die Ostfriesen Zeitung heute berichtet, fallen jeden Abend in das ostfriesische Fischerdorf scharenweise Stare ein, und verdrecken Marktplatz, Straßen, Cafés und Restaurants.

Die Vollversammlung der Stare findet täglich in den Abendstunden statt. Zu später Stunde schlagen die Singvögel auf den Bäumen ihr Nachtquartier auf. Vor der verdienten Nachtruhe nach anstrengender Fliegerei koten sie allerdings noch beim Landeanflug. Für die Greetsieler ist das ärgerlich, da ihnen der Kot zum Himmel stinkt. Wie auf einer Hühnerfarm soll es riechen, zitiert die Ostfriesenzeitung einen Greetsieler.

Und deshalb haben die Greetsieler auch schweres Geschütz aufgefahren. So wurde bereits Blitzmunition abgefeuert, um die Stare zu vertreiben. Doch die Aktion blieb ohne Erfolg. Nun setzen die Ostfriesen aus Greetsiel auf eine andere Strategie. Mit 500-Watt-Strahlern möchte man die Nacht zum Tag machen und die Stare in ihrer Nachruhre stören und vertreiben. Der Ausgang ist ungewiss – einzig die Energieversorger werden sich wohl freuen.

Sollte auch dieser Versuch nicht von Erfolg gekrönt sein, müssen sich die Einwohner von Greetsiel noch bis Mitte September gedulden. Dann nämlich ziehen die hartnäckigen Singvögel weiter in Richtung Süden.

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