2

“Toor Toor Toor Toor” – Kickers Emden will Schmuckkästchen bauen

Innenansicht der geplanten Ostfriesland-Arena

"Toor Toor Toor Toor" – quäkt die legendäre Stimme von Fußball-Reporter Herbert Zimmermann aus dem Handy von Kickers-Präsident Engelbert Schmidt. "Ja, Schmidt", entgegnet der "Präsi". Wer dran ist – egal. Hauptsache das Telefon klingelt in nächster Zeit öfter – und am anderen Ende melden sich solvente Investoren. Denn Kickers plant ein neues Stadion, das bis 2009 stehen soll. Der Haken: Das Ding kostet 20 Mio. Euro. Und nennenswerte Investoren gibt es offenbar bislang nicht. Oder: Schmidt will sie nicht nennen. Es ist auf jeden Fall der Tag des Päsi…..

Sein Vorstandskollege Nils Andersson bringt 2 Riesenposter mit in Raum 127 der Stadt Emden. Dort sollen die Stadionpläne der Presse vorgestellt werden. Die anwesenden Jounalisten schnalzen leicht mit der Zunge. Das, was sie sehen, sieht klasse aus. Eine Außenansicht des neuen Stadions: Menschenmassen strömen in die neue Ostfriesland-Arena. Das Dach ist blau beleuchtet – es erinnert irgendwie an die Münchner Allianz-Arena, wenn denn 1860 spielt. Die zweite Ansicht: Das Stadion innen: Vollbesetzte Tribünen, Fans schwenken Kickers-Fahnen. Die scherzhafte Frage der Journalisten: Wo sollen denn so viele Zuschauer herkommen? – sie bleibt unbeantwortet. Der Rasen ist satt grün, hat WM-Qualität. Auch das sorgt für Lacher. Die skizzierten Werbebanden präsentieren Partner wie "Postbank", "LG", "Buderus" und "Nutella"…und nicht – wie in der Realität dem Rost zuneigende Stahlbanden der "Emder Zeitung" oder der "Standschlucht auf Borkum".

Egal. Emdens Stadtbaurat Andreas Docter skizziert, warum nur noch das Gelände des alten Embdena-Stadions für den Neubau der "Ostfriesland-Arena" als Standort in Frage kommt. Diese Lösung sei schnell umsetzbar, es gäbe keine Lärmprobleme, das Grundstück sei bereits in Vereinsbesitz und Verkehrsanbindungen und Parkplätze vorhanden. Dieser Standort somit sicher eine kostengünstigere Lösung für alle Beteiligten. Die neue "Ostfriesland-Arena" soll ein reines Sportstadion werden – gelegentlich könne es aber – per Ausnahmegenehmigung- Konzerte, Hochzeiten oder ähnliche Veranstaltungen geben. Vom Projekt "Mehrzweckarena" habe man wegen der hohen Auflagen und hohen Kosten Abstand genommen.

Stadion-Projektleiter Nils Andersson bleibt es dann vorbehalten, das Schmuckkästchen zu öffen! 15.000 Plätze soll es haben. Davon 3000 Stehplätze, hinter den beiden Toren. Fahrstühle, Treppenaufgänge. Vip-Räume in der Haupttribüne, 16 Logen, 18 "Kioske", d.h. Getränke-, Wurst- und Fischbuden. Eine Geschäftsstelle im Bauch der Haupttribüne, dazu ebenso dort die Umkleiden, Presseräume, eine Küche, ein Foyer…."In 2 Jahren sind wir in der Chanpions-League", scherzt Präsident Engelbert Schmidt. Alle Tribünen sind überdacht. Der Schlackeplatz wird Parkplatz. Der B-Platz bleibt. Nur das eigentliche A-Spielfeld wird um einige Meter Richtung Kanal versetzt, damit die Tribüne Platz hat. Das soll schon in der nächsten Sommerpause geschehen. Wie auch das ganze Projekt allmählich richtig Fahrt aufnimmt. Wenn`s ideal läuft, sollen die ersten Bagger schon ab April rollen. Zunächst soll die Haupttribüne und die Nordtribüne (jetzige Bushaltestelle) in einem Abschnitt bis Oktober 2008 errichtet werden. Der Rest soll bis 2009 stehen. Kickers kleckert nicht, sondern klotzt. Für Liga 3 reichten 10.000 Plätze, Kickers geht auf Nummer sicher und plant – in Sachen Stadion – schon mal für Liga 2!

Der Haken an der Planung: Kickers hat bislang die Rechnung ohne das Geld gemacht. Das fehlt nämlich noch – schlappe 20 Mio. Euro soll der Bau kosten. Ob es Investoren gebe? Naja…Schmidt spricht von positiven Signalen. Die Stadt macht klar, daß sie strategischer Partner sein werde, aber den Geldsack nicht weit öffnen könne. Immerhin, so Schmidt, hat der Ministerpräsident eine Landesbürgschaft versprochen. Außerdem werde man mit Stadt, Land und EU über Zuschüsse reden. Wichtig sei, so Schmidt, daß man möglichen Investoren jetzt keine Worthülsen, sondern konkrete Pläne vorlegen könne. "Das setzt bei vielen Emotionen frei", so Schmidt. Er sucht nicht den Großinvestor, sondern will das Projekt auf möglichst viele Beine stellen . Jetzt heißt es für die Vereinsoberen: Klinken putzen, Investoren suchen…

Comments

comments

Powered by Facebook Comments

Abgelegt in: Allgemein Tags: , ,

Get Updates

Share This Post

Related Posts

2 Responses to "“Toor Toor Toor Toor” – Kickers Emden will Schmuckkästchen bauen"

  1. Einer Westfriese sagt:

    SC Heerenveen aus West-Friesland hat auch klein angefangen. BSV, hör nicht zu und mach es weiter. zu viel dicköpfe kühe. die 3. wird viel gutes bringen! Viel erfolg!

Leave a Reply

Submit Comment

© 2017 Ostfriesenblog.de. All rights reserved.