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Eitel Sonnenschein und Christian Wulff in Emden – Kickers siegt verdient gegen Erfurt

Zehn lange Wochen mussten die ostfriesischen Fußball-Fans auf den ersten Pflichtspielauftritt des BSV Kickers Emden in der Regionalliga Nord im Jahr 2008 warten. Und die 3.600 zahlenden BSV-Afficionados, die nach der langen Winterpause den Weg ins altehrwürdige Embdena-Stadion gefunden hatten, wurden nicht enttäuscht. Auf gewohnt tiefem und matschigem Boden siegten die Emder Fußballer verdient mit 1:0 gegen Rot Weiß Erfurt. Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein erzielte Emdens Goalgetter Radovan Vujanovic bereits nach neun Minuten mit einem Schuss aus kurzer Distanz das Tor des Tages gegen die Thüringer. Vorausgegangen war ein tolles Zuspiel von Marcel Reichwein auf den starken Neuzugang Dennis Tornieporth, der mit einem strammen Schuss vom rechten Strafraumeck Erfurts Keeper Orlishausen zu einer Glanzparade zwang. Den Abpraller verwertete dann Serben-Stürmer Vujanovic mit seinem neunten Saisontreffer.

Bereits in den Minuten zuvor hatten die Emder…

…erkennen lassen, dass sie die drei Punkte unbedingt in der Seehafenstadt behalten und sich für die 0:3 Niederlage aus dem Hinspiel revanchieren wollten. Kämpferisch stark, spritzig, kompromisslos und mit großem Einsatz kauften die Kickers-Mannen den Erfurtern, die als Tabellenzweiter angereist waren, schnell den Schneid ab. Vor allem der Einsatz von Magdeburg-Rückkehrer Dennis Tornieporth hatte sich gelohnt. Kickers-Trainer Stefan Emmerling hatte den Blondschopf auf der rechten Außenbahn aufgestellt, wo der laufstarke Dribbelkünstler bis zu seiner Auswechslung in der 82. Minute immer wieder für Gefahr im Offensivspiel sorgte.

Torchancen blieben allerdings auf beiden Seiten Mangelware. Die Emder Abwehr stand von Beginn an äußerst sicher, obwohl Mittelfeld-Abräumer und Kickers-Kapitän Rudi Zedi in einigen Situationen unkonzentriert wirkte und ungewohnt viele Zweikämpe und Kopfballduelle verlor. Die größten Möglichkeiten auf Emder Seite besaßen Vujanovic in der 23. Minute und Reichwein in der 55. Minute. Vujanovic scheiterte an Erfurts Torhüter mit einem Schuss aus 20 Metern, Reichwein köpfte einen Flugkopfball knapp am Tor vorbei. Bei Erfurt, das neben dem fahnenflüchtigen Ex-Trainer Pavel Dotchev krankheitsbedingt auch auf mehrere Stammspieler verzichten musste, sorgte der zu Saisonbeginn für viel Geld verpflichtete Spielmacher Rockenbach da Silva das ein oder andere Mal für Gefahr vor dem Emder Kasten, den Stammtorwart Marcus Rickert trotz lädierten Fingern jedoch sicher hütete. Viel zu tun hatte er aber nicht, die Erfurter enttäuschten auf ganzer Linie. Nur hin und wieder ließen die Thüringer ihre spielerische Klasse aufblitzen.

Aufregung erst wieder in der 79. Minute. Erfurts Fondja erhielt nach einer überflüssigen Grätsche am zuvor eingewechselten Enrico Neitzel vom sicheren Bremer Bundesliga-Schiedsrichter Peter Gagelmann die Rote Karte, und musste das Feld vorzeitig verlassen. Kurze Zeit später folgte ihm Emdens dienstältester Spieler Jasmin Spahic, der nach einem wiederholten Foulspiel mit gelb-roter Karte vorzeitig duschen gehen durfte. Am Ende mussten die Emder Fans zwar noch etwas zittern, letzlich blieb es aber beim 1:0 Erfolg über Rot Weiß Erfurt.

Ostfrieslands klassenhöchste Fußballmannschaft steht damit auf Platz vier der Tabelle und hat nur einen Punkt Rückstand auf Tabellenführer Wuppertal. Am kommenden Wochenende reist die Truppe von Trainer Emmerling zum nächsten Spitzenspiel nach Berlin. An der alten Försterei wartet Union, eine Woche später gastiert Rot Weiß Essen in Emden.

Nicht beantwortet wurde nach dem Spiel gegen Erfurt die Frage nach der Landesbürgschaft für den geplanten Stadionneubau. Niedersachsens amtierender Ministerpräsident Christian Wulff schaute sich zwar das Kickers-Spiel live von der Tribüne aus an, hielt sich aber nach dem Spiel genauso bedeckt wie Kickers-Präsident Engelbert Schmidt. Wer Schmidt allerdings am heutigen Tage genauer beobachtete, sah bereits vor dem Spiel einen gut gelaunten Präsidenten. Es scheint also nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Spieler, Verantwortliche und Fans mit dem Wulff tanzen dürfen…

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2 Responses to "Eitel Sonnenschein und Christian Wulff in Emden – Kickers siegt verdient gegen Erfurt"

  1. Uwe sagt:

    Tolles Spiel, tolle Stimmung heute. Super Fans. Bundesliga 3, wir können kommen!

  2. Bentsi sagt:

    Echt geiles Spiel

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