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Ostfriesen Zeitung online: Was sich mit dem Relaunch ändert, oder: viel Lärm um (fast) Nichts…

Wie bereits berichtet, launcht die Ostfriesen Zeitung am 24. April ihren neuen Internetauftritt. Treue Online-Abonnenten kamen bereits heute exklusiv in den Genuss einer neunseitigen Broschüre, die über die wichtigsten Änderungen und Neuerungen informiert. Von der Informationsflut ausgeschlossen sind die Leser der Printausgabe. Sie sollen nach dem Willen der OZ erst einen Tag vor dem geplanten Relaunch von den Umwälzungen erfahren – vermutlich aus der gedruckten Broschüre, die der OZ wohl am 23. April beiliegen wird. Investigativ wie der Spiegel, satirisch wie das Titanic-Magazin, zickig wie Paris Hilton und revoltierend wie Ostfriesenblog.de präsentieren wir an dieser Stelle vorab die wichtigsten Details…

Unter dem Motto „Ostfriesland auf einem Klick“ erzählt uns Uwe Heitmann, Chefredakteur bei der OZ, zunächst, wie sich das Internet gewandelt hat: Von einem Nischenmedium zu einer wichtigen Nachrichtenquelle. Uih, mag sich bei diesen Worten so mancher Schelm denken, schließlich schreiben wir das Jahr 2008 und leben im Google-Zeitalter. Und endlich macht es nun auch in Ostfriesland Klick – zumindest bei der OZ. Respekt.

Zwar bot die OZ von allen ostfriesischen Medien bislang das umfangreichste und beste Angebot an Inhalten, diese waren aber ausschließlich den zahlenden Abonnenten vorbehalten. Viel schlimmer noch, die dargebotenen Inhalte waren nicht aktuell. Täglich um acht Uhr morgens erfolgte auf den OZ-Servern die Aktualisierung, lesbar waren dann die Beiträge aus der Printausgabe. Zumindest zum großen Teil, häufig auch nicht immer ganz vollständig. Doch nun ist endlich Besserung in Sicht. Tagesaktuell wird die OZ die ostfriesischen Surfer in Zukunft über das Geschehen in Ostfriesland informieren. Das garantiert die neu eingerichtete Online-Redaktion, die sich um die Texte, Pflege und Aktualisierung der Webseite kümmert. Das Konzept sieht vor, dass in der Printausgabe am nächsten Morgen Hintergründe, Geschichten und Analysen die Meldungen des Vortages ergänzen.

Doch kommen wir zurück zur Webseite, auch wenn es nicht wirklich viel Neues zu berichten gibt. Das dezente, leichten Augenkrebs verursachende, grell-gelbe Farbschemata bleibt bestehen, auch am Layout ändert sich nicht viel. Auflockerung versprechen aber immerhin ein paar neue Blautöne. Erreichbar ist das OZ-Angebot übrigens künftig auch unter der Adresse www.oz-online.de – mutmaßlich eine Alternative für all jene, denen der Aufruf von www.ostfriesen-zeitung.de zu schwierig ist. Neben dieser Neuerung, die eigentlich keine ist (die Domain gab es vorher auch schon), gibt’s jetzt auch die Möglichkeit, RSS-Feeds der Meldungen zu abonnieren. Apropos Meldungen, da findet sich zum Schluss doch noch etwas Neues: Die neue Onlineredaktion stellt die wichtigsten Neuigkeiten zusammen und informiert die Leser kurz und knackig über die Ereignisse des Tages. Garniert wird der Buchstaben-Salat mit einem multimedialen Feuerwerk der Extraklasse. Video-Journalist und Ostfriesen.tv-Gründer Matthias Adelmund stellt exklusiv für die OZ-Seite spannende Videos von den wichtigsten Schauplätzen Ostfrieslands zur Verfügung. Darüber hinaus locken ein Immobilien-Kanal (immo.tv), ein tierischer Video-Kanal (tier.tv) und umfangreiche Bilder-Galerien. Damit auch ja kein Wissen und Geschehen in Vergessenheit gerät, steht den Nutzern des Onlineauftritts ein riesiges Themen- und Beitragsarchiv mit zahlreichen Querverlinkungen zur Verfügung. Für Interaktivität im Web 2.0-Zeitalter sorgen Umfragen (!) und Video-Rätsel. Zu guter Letzt ist der Zugriff auf die aktuellen Inhalte natürlich kostenlos. Die Ostfriesischen Nachrichten mit ihrem ON-TV-Angebot und ihrer goldig-liebenswerten Sprecherin Katrin Eckard müssen sich also warm anziehen.

Von Diskussionsforen, Leser-als-Reporter-Beitragsbereichen, Weblogs, Kommentarfunktionen, Chat-Rooms und anderen Mitteln zur Leserbindung finden sich in der Broschüre leider keine Spur. Dafür gibt’s die OZ-Ausgabe künftig in digitaler Form als E-Paper im PDF-Format. Für Abonnenten der Printausgabe kostenlos, Online-Kunden zahlen 11,90 Euro (bisher 7,50 Euro, die allerdings für den Zugriff auf die Online-Artikel in Rechnung gestellt wurden).

Zum Schluss machen wir noch einen kleinen Zeitsprung. Wir schreiben das Jahr 2015 und schlagen die neue Broschüre der OZ auf. „Liebe Leser, das Internet verändert sich“, heißt es darin. „War es früher ein Informationsmedium, hat es sich in den letzten Jahren in ein interaktives Kommunikationsmedium gewandelt…“. In Ostfriesland lebt man 2015 also auch noch hinterm Deich!

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3 Responses to "Ostfriesen Zeitung online: Was sich mit dem Relaunch ändert, oder: viel Lärm um (fast) Nichts…"

  1. Thomas sagt:

    Naja….immerhin! Das TV der ON ist ja, naja sagen wir`s mal lieb, “gewöhnungsbedürftig”. Laufen da eigentlich wirklich bewegte Bilder oder doch nur der Nachrichtenmann? Immerhin ist die OZ der EZ ja jetzt um weitere Lichtjahre voraus…die EZ hat ja nicht mal eine Onlineausgabe…. *lol*

  2. Thomas sagt:

    Anlaufschwierigkeiten oder ist nix los? Der Nachrichten-Feed ist ja heute mega aktuell. Tagsüber wird die bereits heute erschienene Zeitung Stunde für Stunde online als “neue Meldung” verkauft….dat ischa man langweilig. Ist denn heute nix in Ostfriesland passiert, außer daß in Aurich ein Molkelaster Nahrung verloren hat? *gähn*

  3. Marcel J. sagt:

    Ja, dat ist mir auch schon aufgefallen. Bei den epapers krieg ich auch immer nur eine Seite für Seite angezeigt. Voll Entäuschend.

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