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Pop-Poet singt in Ostfriesland von den Zwischentönen des Lebens

Du kannst mich an der Ecke rauslassen”: So heißt das aktuelle Album des Hamburger Pop-Poeten Niels Frevert. Am Samstag, 24. Mai, befindet sich diese Ecke in der Gemeinde Moormerland. Frevert gastiert im Jugend- und Kulturzentrum Phönix in Rorichmoor (Einlass: 20 Uhr, Beginn: 21 Uhr).

Bekannt wurde der Singer-Songwriter als Frontmann der Band “Nationalgalerie”. In den 90er Jahren feierte die Band mit Songs wie “Evelyn” große Erfolge. Zu einer Zeit, in der deutschsprachige Musikvideos auf MTV so selten zu sehen waren, wie Rocker in der Kirche, lief “Evelyn” beim damals noch ausschließlich aus London geführten TV-Sender rauf und runter. Zwar hat sich die “Nationalgalerie” nach vier Alben aufgelöst. Doch Niels Frevert beschritt eigene Wege und veröffentlichte zwei Soloalben (“Niels Frevert”, 1997) (“Seltsam öffne dich”, 2003). Im Februar 2008 legte er seine dritte Platte vor, die er nun im “Phönix” präsentiert.

Die E-Gitarre, mit der Niels Frevert zuletzt immer aufgetreten ist und früher auch mal Lärm gemacht hat, erklingt auf dem neuen Album nur einmal, unverzerrt und leise (“Genug ist genug, Gnu”). Ansonsten: alles akustisch, Streicher, Piano, Bass, Schlagzeug, Akustikgitarre. Und das alles ist mit einer Leichtigkeit gespielt, wie hingetupft, dass es beinahe beiläufig wirkt, weil jeder Ton an der richtigen Stelle sitzt und kein Klang zu viel ertönt. Gleiches gilt für die Worte, mit denen Frevert immer so kämpft. Bernsteinfarbene Poesie ohne jedes Fett. Und zwischen den Sätzen Räume zum Atmen. So klar und unverkrampft, unbemüht und elegant kann ja kaum jemand singen von den Innerlichkeiten und Zwischentönen des Lebens, zumal in deutscher Sprache. Ohne in den Kitschkübel zu klatschen. Frevert kann das. Weil er mit jedem Wort ringt, bis er es da hat, wo er es haben will: so nah wie möglich an der Wirklichkeit, am wahren Gefühl.

In seinen Liedern geht es um Sinnsuchen, Sichselbstfinden, Aussteigen, Trennung und Weitermachen. So abgschmackt sich das jetzt liest. Man will ja von all diesen Dingen nichts hören, außer der Frevert singt darüber. In den neun neuen Songs kann man baden, und es ist einem ganz und gar wohl dabei, weil man es so oder so ähnlich auch immer fühlt – das aber nicht beschreiben kann. Die Musik tut ihr übriges, sie hebt den Hörer hoch und trägt ihn sanft. Immer wieder hat Niels Frevert auch für andere Musiker getextet und komponiert. Jüngst tauchte er auf dem neuen Album der Hamburger Band “Kettcar” auf, die er bei dem Song “Am Tisch” unterstützte. Eintrittskarten für das Konzert im Phönix kosten im Vorverkauf fünf Euro, an der Abendkasse sieben Euro.

 

Nähere Informationen gibt es im Internet: www.nielsfrevert.net / www.myspace.com/nielsfrevert /
www.phoenix-moormerland.de

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