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Abends in Ostfriesland: Den Ostfriesen über die Schulter geschaut

Sonntag, Punkt 21 Uhr, überall in Ostfriesland. Es ist dunkel, der Wind weht durch die einsamen und leergefegten Straßen, ab und zu hört man das verlorene Muhen einer schlaflosen Milchkuh. Hier und da flackert eine Straßenlaterne, doch von Zweibeinern weit und breit keine Spur. Ob Montag, Dienstag oder auch jeder andere Wochentag – die bizarre Kulisse wiederholt sich täglich. Erst das Löschen der elektrischen Lichter in den steinigen Behausungen der Ostfriesen gegen Null Uhr zeigt: Das Volk der Ostfriesen lebt und geht zu Bett. Doch was machen die Ostfriesen zwischen 21 Uhr und Mitternacht? Ostfriesenblog.de bringt Licht ins Dunkel …

… und so schleichen wir uns langsam und behutsam an ein beleuchtetes Fenster und wagen einen Blick ins Innere. Und da sitzen sie, die Ostfriesen. Eng umschlungen, Händchen haltend, die Tasse Tee in der anderen Hand. Opa und Oma Ostfriese ganz hinten, davor die Eltern und vordem kniend der stämmige Nachwuchs. Starr und zielgerichtet der Blick, den Mund weit geöffnet. Doch wohin schauen sie und was paralysiert Geist und Körper? Wir wenden den Kopf und sehen einen flachen Kasten, in dem sich bunte Bilder tummeln und aus dem harmonische Klänge ertönen. Und dann wissen wir es endlich: Die Ostfriesen gucken Fernsehen.

Während der gestrige Dienstag ganz im Zeichen des Fußballs stand, widmen wir uns heute somit dem Thema TV-Unterhaltung. Genauer gesagt werfen wir einen Blick auf das Fernsehen erster Klasse im Land der Friesen. Das ist nicht etwa der Bezahlsender Premiere, sondern der Friesische Rundfunk, kurz: FRF. Der Regionalsender mit Sitz in Hinte bei Emden präsentiert Einheimischen und Urlaubern in der Flimmerkiste täglich von 21 Uhr bis Mitternacht ein erfrischendes Programm mit abwechslungsreichen Heimatbildern aus Niedersachsens Urlaubsregion Nummer eins. Das Sendegebiet umfasst nach eigenen Angaben 7.234 Quadratkilometer und ist damit größer als das Saarland. Mehr als 250.000 Haushalte können den Friesischen Rundfunk im Kabelnetz empfangen.

Seit Ende 2005 sendet der Friesische Rundfunk ein TV-Signal aus und zieht die Menschen im hohen Norden mitunter in seinen Bann. Zwölf feste Mitarbeiter und einige Zugehörige der Generation Praktikum gehören dem Team um Gründer und Funkhausleiter Karl-Heinz Sünkenberg an. Gemeinsam arbeiten sie an spannenden Projekten und haben bis dato mehr als 500 Sendungen produziert. Wenn ein Schaf geschoren wird, ein Schiff im Hafen anlegt, ein Mühlenrad sich irgendwo dreht oder die Natur erwacht und maritime Momente locken – die Kameramänner sind stets vor Ort und filmen das Geschehen bis das Band voll ist. Im Studio werden aus diesen wunderschönen Impressionen schließlich bunte Fernsehbilder aus (Ost-) Friesland.

Verschweigen möchten wir aber nicht die Tatsache, dass der Friesische Rundfunk kein offener, von Bürgern gestalteter Fernsehsender oder gar öffentlich-rechtlicher TV-Betrieb ist. Vielmehr handelt es beim FRF um einen kommerziell ausgerichteten Mediendienst, der mit Werbung und Teleshopping Geld verdienen möchte. Redaktionelle Beiträge mit "sprachlichen Elementen" dürfen nur dann gesendet werden, wenn dabei ein Produkt beworben wird. Gleichwie, FRF ist ein unterhaltsamer Sender, den wir erdverbundenen Ostfriesen gerne mal einschalten und insbesondere den Touristen ans Herz legen können.

In Kürze erweitert der Friesische Rundfunk sein Sendegebiet. FRF2 und FRF3 heißen die neuen Sender, die bald auch in der Region Cuxhaven und Stade sowie im Emsland und in Osnabrück die Haushalte in den Abendstunden erfreuen werden. Weitere Informationen dazu und zum Programm unter http://www.friesischer-rundfunk.de

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3 Responses to "Abends in Ostfriesland: Den Ostfriesen über die Schulter geschaut"

  1. Nina sagt:

    Eng umschlungen also? Die Ostfriesen sind schon ein herzliches Völkchen ;-)

  2. helge sagt:

    Na, das müsstest du doch bereits am eigenen Leib erfahren haben, oder? :-)

  3. Frank B. sagt:

    Also ich guk das nieh, find’s voll langweilig!!!

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