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App-Test: Meter Readings – Strom- und Wasserverbrauch auf iPad und iPhone stets im Blick

Etwas über ein Jahr wohnen wir nun in unserem neuen Zuhause. Neulich haben einige der Nachbarn und ich den Stand unserer Stromzähler abgelesen und den Verbrauch miteinander verglichen. In einer neuen Nachbarschaft und in frisch bezogenen Wohnungen macht man das wohl so. Nun ja, ich habe den Vergleich mit großem Abstand gewonnen. Meine Freude über den Sieg hielt sich allerdings in Grenzen, droht mir doch nun eine fette Nachzahlung bei der Jahresabrechnung. Ich habe mir daher fest vorgenommen, die Nachbarn im nächsten Jahr an mir vorbeiziehen zu lassen.

Hilfreich zur Seite steht mir dabei die iOS-App „Meter Readings“ von Graham Haley, die man im App-Store unter dem Namen „Meters“ findet. Bei dieser ausschließlich in englischer Sprache vorliegenden App handelt es sich um ein sehr nützliches Werkzeug, mit dem man seinen Stromverbrauch überwachen und analysieren kann. Zudem besteht die Möglichkeit, den Wasser- und Gasverbrauch sowie weitere, frei definierbare Verbrauchswerte einzutragen. Da wir über ein Blockheizkraftwerk Wärme beziehen, die zu Heizzwecken und für die Warmwasserbereitung dient, lese ich beispielsweise zusätzlich noch den Wärmeverbrauch vom Zählgerät im Keller ab.

In Apples App-Store gibt es einige weitere „Meter“-Apps, die zum Teil von den Energieversorgern stammen. Man findet sie über Suchbegriffe wie „Strom“, „Stromverbrauch“ oder „Meter“. Letzteres stammt vom Begriff „Smart Meter“ ab, übersetzbar mit „intelligenter Zähler“. In Deutschland werden diese durch einen Mikroprozessor gesteuerten Zähler in Privathaushalten seit 2010 verbaut. Besonders intelligente Stromzähler übermitteln die erhobenen Daten automatisch an die Energieversorger und erlauben dem Verbraucher jederzeit den Zugriff auf die Daten. Die mit solchen Geräten verbundene Datenschutz-Problematik lasse ich an dieser Stelle außen vor. Außerdem besitze ich keinen “besonders intelligenten” Stromzähler.

Wer „Meter Readings“ zum ersten Mal installiert, wird ob der doch sehr spartanischen, von einem Grauton durchzogenen Optik stark enttäuscht sein. Lifestyle- oder Woman Acceptance Factor (WAF)? Fehlanzeige! Stattdessen wird man von einer drögen und

minimalistischen App mit der Anmutung einer Excel-Tabelle begrüßt. Nun hatte ich allerdings auch nicht vor, meine bessere Hälfte mit iPad oder iPhone zu bewaffnen, und in den Keller zum Ablesen der Zählerstände zu schicken. Zählerstände sind Männersache!

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Damit habe ich auch schon eines der ersten coolen Features der App verraten. Via Dropbox oder iCloud kann ich meine Daten zwischen verschiedenen Geräten synchronisieren. In den Onlinespeichern werden Sicherheitskopien des Datenbestandes abgelegt, die auf anderen iOS-Geräten importiert werden können. Dies geschieht wahlweise automatisch oder manuell. Ideal, um beispielsweise beim gelegentlichen Gang durch den Keller das iPhone zu zücken und den Eintrag in der App vorzunehmen. Analysiert und begutachtet werden die erhobenen Daten anschließend von mir im Wohnzimmer auf dem größeren Bildschirm des iPads. Etwas ärgerlich: die Synchronisation der „Meter“-App über Dropbox und iCloud wird erst durch einen zusätzlichen In-App-Kauf freigeschaltet. Das Upgrade auf die „Power-User-Features“ lohnt sich jedoch nicht nur wegen der Synchronisation. Dazu aber später mehr.

Die Bedienung der App ist einfach, aber nicht intuitiv. Über ein Icon rechts unten am Bildschirm gelangt man zu drei Menüpunkten, über die man in eine Übersicht der Backups, die allgemeinen Einstellungen und die „Meters and Rates“ gelangt. In „Meters and Rates“ lassen sich weitere Einstellungen vornehmen. Hierzu gehören beispielsweise Eingabemöglichkeiten für die Tarife des Versorgers. Zusätzlich zu den Tarifinformationen werden die Währung, die Anzahl der Kommastellen vom Ablesegerät (Format), die Einheiten (kwh, m³ etc.) sowie Steuern und Rabatte hinterlegt. Die meisten Optionen sind für Otto-Normal-Verbraucher uninteressant, so dass man sie getrost ignorieren kann.

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Über ein Icon links oben, das den Namen „List“ trägt, gelangt man in die „Meter“-Auswahl, die bei mir aus den vorgegebenen Einträgen „Electricity“ und „Water“ sowie aus dem von mir erstellten „Wärmezähler“ besteht. Ruft man einen dieser Zähler auf, werden der aktuelle Zählerstand, die angefallenen Kosten, Mittelwerte und Tendenzen angezeigt. In einem Balkendiagramm werden Verbrauch und Kosten nach Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren optisch aufbereitet. Die Zählerstände werden mit Hilfe eines virtuellen Scrollrads komfortabel eingetragen, das über ein Plus-Icon aufgerufen wird.

Die App „Meter Readings“ kostet im App-Store moderate 79 Cent. Die „Power-User-Features“, die sich durch einen einmaligen In-App-Kauf freischalten lassen, schlagen mit 1.59 Euro zu Buche. Zu den „Power-User-Features“ gehören u. a.:

- Verwendung von bis zu neun Zählern

- Dropbox und iCloud-Synchronisation

- Import und Export über CSV, zum Beispiel, um frühere Zählerstände einzutragen

- Bis zu neun Zähler anlegen

- Erinnerungsmeldungen, um das regelmäßige Ablesen nicht zu vergessen.

- Zusätzliche Themes in verschiedenen Farben

Durch einen weiteren In-App-Kauf (5.49 Euro) lässt sich die Limitierung der App auf neun Zähler aufheben. Dieses „Pro-User-Feature“ ist insbesondere für Vermieter interessant.

Fazit: „Meter Readings“ hilft bei der Ermittlung der Verbrauchswerte von Strom, Wasser, Gas oder Wärme. Wer seine Zählerstände regelmäßig abliest und in die App einträgt, ist stets über den Verbrauch informiert und braucht sich nicht vor bösen Überraschungen am Ende des Jahres zu fürchten. Die Funktionen der App überzeugen und sind zielführend. Allein die Optik und die Anordnung der Menüpunkte bietet Optimierungspotenzial.

Vergessen darf man nicht, dass „Meter Readings“ bei der Reduzierung des Verbrauchs von Strom, Wasser und Gas nur indirekt hilft. Die App vermittelt lediglich einen Überblick und gibt Hinweise, das eigene Verhalten im Hinblick auf den Verbrauch von natürlichen Ressourcen zu überdenk

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