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Angeschaut und ausprobiert: Online-Filmverleih Watchever im Blog-Test

Im Zuge meiner Spielereien mit Apple-TV habe ich mir den neuen Online-Filmverleih „Watchever“ des französischen Medienkonzerns Vivendi angesehen. Watchever tauchte vor einigen Tagen unangekündigt als Anwendung auf dem Startbildschirm des Apple-TV-Gerätes auf. Das war ziemlich überraschend, weil Apple damit erstmals in Deutschland eine Anwendung integriert, die zum Angebot eines direkten Wettbewerbers führt. Bekanntlich verdient Apple mit dem Verkauf und Verleih von Bewegtbildern über iTunes selbst ziemlich gut.

Das Geschäftsmodell von iTunes ist anders gestaltet als bei Watchever. Bei Watchever ruft man Filme und Serien im Rahmen eines Abonnements unbegrenzt ab. Für einen monatlichen Obolus von 8,99 Euro lassen sich die verfügbaren Serien und Filme beliebig of nach Hause streamen. Dagegen sieht Apples iTunes keine Pauschalabgabe vor – wer Filme und Serien über Apples Online-Laden bezieht, zahlt pro Folge und Film. Pay-per-View heißt das Zauberwort. Zudem hat Apple den Verleih von Serienfolgen vor etwa zwei Jahren eingestellt.

In den USA können Apple-TV-Besitzer schon seit Jahren TV-Serien mit den Video-on-Demand-Diensten Hulu oder Netflix gegen eine monatliche Gebühr nach Hause streamen. Durchaus vergleichbar, wenngleich nicht so populär und vielfältig im Hinblick auf TV-Serien, sind die deutschen Angebote Maxdome und Lovefilm, die jedoch beide nicht über Apple-TV abrufbar sind. Preislich ist watchever zwischen Maxdome und Lovefilm angesiedelt. Bei Lovefilm kostet der monatliche Online-Zugang 6,99 Euro. Bei Maxdome sind es 9,99 Euro, wobei es bei Letzterem noch diverse Vergünstigungen gibt. Monatlich kündbar sind sowohl Lovefilm als auch Watchever.

Beim Durchstöbern des Film-Angebotes ist mir aufgefallen, dass speziellere und sehr beliebte Serien wie „The Walking Dead“, „Game of Thrones“ oder „How I met your Mother“ fehlen. Zudem sind nicht immer alle Staffeln der verfügbaren Serien vorhanden. “Breaking Bad” endet beispielsweise mit Staffel 3. Vermutlich wird Vivendi das Angebot sukzessive erweitern, um den Abonnenten fortlaufend neue Inhalte zu präsentieren. Bei den Spielfilm habe ich in einer kurzen Stichprobe übrigens auch nicht alle meine Wunschfilme gefunden. Ähnlich zurückhaltend fällt die Ausbeute aber auch bei den Mitbewerbern aus.

Gelungen ist jedoch die Bedienung. Die Menüs und Unterteilungen sind übersichtlich gestaltet, die Navigation ist einfach. Über die Suche kann auch nach Schauspielern oder Jahreszahlen geforscht werden. Die Ergebnisse der Suche sind absolut vorzeigbar. Schön und irgendwie auch Standard: Auf einer Detailseite kann man sich zu jedem Film noch einige Zusatzinfos anzeigen lassen. Erwähnenswert ist noch, dass viele Inhalte wahlweise in SD oder HD sowie im englischem Originalton konsumiert werden können. Dies gilt aber nicht für alle Titel.

Fazit: Watchever ist ein durchaus interessantes Angebot mit viel Potential nach oben. Die Vielfalt einer stationären Videothek wird Filmfreunden  nicht geboten. Das Serien- und Filmangebot weist wie bei den Wettbewerbern  Lücken auf. Gefühlt bieten Maxdome & Co meiner Meinung nach derzeit ein weitaus größeres Film-Repertoire.

Mein Tipp für Cineasten: Testet Watchever einfach 30 Tage kostenlos – den dazu notwendigen Promo-Code erhaltet ihr hier. Und falls ihr kein Apple-TV habt: Auf das Angebot können Interessierte vom PC via Internet-Browser (Silverlight-Plug-in ist Voraussetzung, also nur Windows und MAC) und mit Hilfe von Apps für gängige Tablet-PCs und Fernseher zugreifen. Schön ist hierbei  die Möglichkeit, Serien und Filme zwischenzuspeichern und später, auch ohne Online-Verbindung, innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens anzusehen. Eine Zugangsmöglichkeit für Spiele-Konsolen soll demnächst folgen.

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