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Abgespeckt und aufgepeppt: Das iPad Air überzeugt nicht nur durch die gute Figur

Bild iPad Air und iPad 3. Generation im Vergleich.

Apple iPad Air und Apple iPad 3. Generation im Vergleich.Das iPad Air überzeugt durch schmaleren Rahmen, geringeres Gewicht und viele weitere Verbesserungen.

Mit der Veröffentlichung des iPad hat Apple vor dreieinhalb Jahren eine ganz neue Geräte-Generation geschaffen. Die flachen Tablet-PCs mit ihren berührungsempfindlichen Bildschirmen haben sich längst im privaten und geschäftlichen Alltag etabliert. Auch bei mir zu Hause ist das iPad das wohl am meisten genutzte Gerät. Nicht nur wegen der Möglichkeit, bequem auf der Couch zu surfen, sondern vor allem dank der zahlreichen Apps, die das iPad zu einem digitalen „Schweizer Taschenmesser“ machen. Über Jahrzehnte besaß derjenige im Wohnzimmer die „Macht“, wer die TV-Fernbedienung in den Händen hielt. Heute wird dagegen in den eigenen vier Wänden mitunter verbissen um die Allzweckwaffe iPad gekämpft. Zumindest trifft dies für unseren Haushalt zu, in dem das iPad der 3. Generation von Hand zu Hand gereicht wird – mal freiwillig, mal weniger aus freien Stücken. In den letzten Wochen hatte ich das Vergnügen, das neue iPad Air auszuprobieren. Im Vergleich zu meinem bisherigen iPad (3. Generation, mit Retina-Display) haben sich vor allem das Design und das Gewicht in der nunmehr fünften Revision verändert. Lohnt sich der Umstieg auf das iPad Air?

Beginnen wir mit dem Formfaktor und dem Gewicht. Der Rahmen des iPad Air ist im Vergleich zu meinem bisherigen iPad wesentlich schmaler geworden, was sich positiv auf die Anmutung und Haptik auswirkt. Auf der Waage zeigt das iPad Air bei der mir vorliegenden 3G-/LTE-Version 480 Gramm an. Das Leichtgewicht ist zudem mit nur 7,5mm Tiefe äußerst schlank. Zum Vergleich: Das iPad der 3. Generation wiegt 642 Gramm und ist mit 9,4mm Tiefe eher als vollschlank zu bezeichnen.

Der schmalere Rahmen hat auf den ersten Blick einen Nachteil: Hält man das iPad Air im Hochformat, liegt der Daumen bedingt durch den schmalen Rahmen meistens ein wenig auf dem Display. Das hat aber bis auf zusätzliche Fingerabdrücke auf dem Bildschirm keine weiteren Auswirkungen, denn der seitlich liegende Daumen wird im Hochformat schlauerweise nicht weiter vom iPad beachtet – so wie es beim iPad Mini der Fall ist. Nachteilig ist der schmale Rahmen, wenn man das iPad mit Hüllen umgibt. Ich selbst kleide meine Apple-Geräte mit den schicken Leder-Hüllen von Kavaj ein. Diese sind zwar passgenau, dennoch verrutscht das iPad hin und wieder, so dass der ein oder andere Mini-Millimeter des Bildschirms manchmal vom Leder bedeckt ist. Dies erschwert beispielsweise das Aufrufen von Funktionen, wenn die Symbole in den Ecken oder am Rand des Fensters angeordnet sind. Der Finger trifft nicht das Symbol.

Nachgebessert hat Apple bei der Verarbeitung. Die mechanischen Bedienelemente sind nun aus Metall und nicht mehr wie bisher aus Kunststoff. Verbaut sind nur sehr wenige Bedienelemente, in Summe Lautstärkeregler, Stummschalter, An- und Ausschalter, der Home-Button sowie die Rotationssperre. Den Home-Button des iPad Air hat Apple leider nicht wie den des iPhone 5S mit einem Fingersensor ausgestattet. Ich persönlich finde das sehr schade, denn der Sensor hätte den Bedienkomfort noch weiter erhöht. Insgesamt ist die Verarbeitung top, das iPad Air macht einen sehr wertigen Eindruck.

Auf der Unterseite des iPads befinden sich die Stereo-Lautsprecher, mit denen sich Musik in annehmbarer Qualität hören lässt. Etwas schade: Im Querformat wird häufig einer der Lautsprecher bedeckt, wenn man das iPad in der Hand hält. Neu hinzugekommen ist übrigens ein zweites Mikrofon. Warum? Damit es oder sie (Siri!) vermutlich besser auf den Besitzer hört. Ich persönlich bin kein großer Freund von Sprachsteuerungen, ich komme mir ziemlich blöde vor, wenn ich ein Gerät anspreche.

Das Display ist mit 9,7 Zoll und einer Auflösung von 2048×1536 Pixel gleichgeblieben. Die Schrift ist deshalb wie auch bei meinem bisherigen iPad gestochen scharf. Auch die Ausleuchtung ist super, mir sind im Betrieb keine dunklen Ecken aufgefallen. Was sich allerdings stark unterscheidet ist das Tippgefühl auf dem Glas. Dadurch, dass das iPad Air wesentlich dünner ist, hat man das Gefühl, dass sich die Scheibe nach innen biegt. Anders formuliert: Der Touchscreen fühlt sich beim Wischen und Tippen weicher an. Dazu kommt ein billig anmutendes Geräusch beim Tippen. Warum das so ist? Apple hat im iPad Air keine massive Glasplatte mehr verbaut, sondern eine Polymer-Kunststoff-Verbindung als Abdeckung genutzt. Die Reduzierung des Gewichts hat also nicht nur Vorteile. Allerdings sind das Tipp-Gefühl und das Klang-Empfinden rein subjektiv. Nach einiger Zeit hat man sich daran gewöhnt und vergisst den Unterschied.

Vorbildlich: die inneren Werte

Im Inneren des iPad Air werkelt Apples neuer A7-Chip, der 64-bit-Anwendungen unterstützt. Zudem assistiert ein Co-Prozessor namens M7 bei der Aufgabenbewältigung. Im iPad der dritten Generation war der A5-Prozessor verbaut. In der Praxis zeigt sich der Leistungsunterschied der Prozessoren bereits beim Betriebssystem. Während das neue iOS 7 auf meinem iPad der dritten Generation des Öfteren ruckelt oder Apps erst mit einiger Wartezeit aufgerufen werden, läuft iOS 7 auf dem iPad Air absolut flüssig. Die volle Leistung des A7-Hochleistungschips wird aber erst bei Apps und Spielen abgerufen, die besonders grafiklastig sind und speziell auf den A7 angepasst sind. Bislang gibt es nur sehr wenige Anwendungen, die den A7 ins Schwitzen bringen.

Reduziert hat Apple die Kapazität des Akkus, um 10Wh auf 32,5WH. Letzteres hat aber auf den Praxisbetrieb keine Auswirkungen – bei „normaler“ Nutzung liefert der Akku des iPad Air bei mir wie bisher Saft für zirka 8 -11 Stunden. Zudem sind im iPad Air erstmals Dual-Antennen für WLAN verbaut, wodurch sich der Empfang und Datendurchsatz verbessert hat. In der Praxis machte sich das bei meinen Tests durchaus bemerkbar: Im Hause meiner Mutter, die einen ziemlich alten 54 Mbit/s-WLAN-Router von Gigabit nutzt, habe ich in meinem früheren Kinderzimmer häufig nur einen Balken bei der Empfangsqualität. Dies ist auch beim iPad Air der Fall. Allerdings werden Webseiten im direkten Vergleich wesentlich schneller geladen, der Datendurchsatz ist also besser.

Die verbaute Front-Kamera macht Aufnahmen mit fünf Megapixeln, die Qualität bei Aufnahmen hat sich aber stark verbessert, was man vor allem daran erkennt, dass das Rauschen bei Fotos, die bei ungünstigen Lichtverhältnissen geschossen worden sind, reduziert ist.

Mein Fazit:

Sportlich schlank: Das iPad hat abgespeckt und wurde aufgepeppt. Die neue Leichtigkeit drückt der Name der fünften iPad-Generation aus: Air.

Das iPad Air ist aus meiner Sicht das bisher beste Tablet von Apple. Es überzeugt vor allem durch das stark reduzierte Gewicht und den schmalen Rahmen. Das iPad Air liegt fantastisch in der Hand, auch bei längerer Nutzung ermüdete meine Hand nicht. Das iPad Air macht aber nicht nur eine gute Figur. Die Entwickler aus Cupertino haben an den richtigen Stellschrauben gedreht und bisherige Schwachstellen beseitigt. Das Apple iPad Air ist definitiv mehr als nur ein reines Update.

So viel feine Technik auf engstem Raum hat ihren Preis. Für 479 Euro erhalten Käufer die Basis-Ausstattung mit 16 Gigabyte Speicher, mit 3G-/LTE-Modul kostet das iPad Air mit 120 Euro eine ganze Stange Geld mehr. Wer mehr als 16 Gigabyte Speicher haben möchte, zahlt happige Aufpreise. Das Top-Modell mit 128GB Speicher kostet 870 Euro, ein stolzer Preis.

Sollte man nun von einer vorherigen iPad-Version auf das Air-Modell umsteigen? Ganz ehrlich: Das geringe Gewicht ist schon ein dickes Argument für einen Umstieg. Wer jedoch eine Couchpotato ist und das Gerät ausschließlich daheim zum Surfen nutzt, für den reichen die Vorgänger mit Retina-Display völlig aus. Wer häufig unterwegs ist und eine 3G-/LTE-Variante mit 10 Zoll Retina-Display nutzt, der sollte trotz des hohen Anschaffungspreises umsteigen, denn gerade mobil spielt das Leichtgewicht „Air“ seine Stärken aus. Ei.ne Alternative ist das neue iPad Mini – dazu erfahrt ihr mehr im nächsten Bericht hier auf Ostfriesenblog.de

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