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Auf zum heiligen Pfad der Ostfriesen: Pilgerweg von Ihlow nach Norden steht vor der Eröffnung

Zu den weltweit bekanntesten Pilgerreisen gehören die Route von Mekka nach Medina und der Jakobsweg ins spanische Santiago de Compostela. Eine eigene, wenngleich noch unbekannte Pilgerroute haben nun auch die Ostfriesen. „Schola Dei“ oder auch „Schule Gottes“ heißt der fast 40 Kilometer lange Pilgerweg von Ihlow über Marienhafe nach Norden, der dieser Tage Ostfriesland um eine weitere touristische und spirituelle Attraktion bereichert.

Insgesamt 16 Stationen, darunter acht Kirchen, warten auf die Pilger – gute Laufschuhe und ein Regenschirm sind somit ein Muss. Der Weg führt zu landschaftlich attraktiven und historisch bedeutsamen Plätzen. Ausgangspunkt ist das ehemalige Zisterzienserkloster bei Ihlow, die Ludgeriekirche in Norden bildet die Kulisse für den Zieleinlauf.

Damit man sich auf dem strapaziösen Marsch nicht verläuft, informiert ein Faltblatt über Strecke und Reisestationen. Ausführlicher ist das vermutlich kostenpflichtige Pilgerheft, das ebenfalls bei der Wegfindung hilft. Zusätzliche Informationen zu den einzelnen Reisestationen sowie Lieder und Meditationen ergänzen die Broschüre. Eine spezielle Internetseite zur „Schule Gottes“ existiert offenbar noch nicht

Die offizielle Eröffnung des Pilgerweges findet am kommenden Wochenende statt. Am Samstag gibt es gegen neun Uhr in Ihlow zunächst eine kirchliche Andacht. Anschließend wird die historisch angehauchte Pilgerroute mit einer geführten Wanderung eröffnet

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass ein Pilgerweg eigentlich eine Reisestrecke ist, die ein spirituell angehauchter Wanderer auf seiner Wallfahrt an einen heiligen Ort zurücklegt. Dass Ostfriesen und Außerfriesische nun alle aus religiösen Gründen in die Stadt Norden wandern, ist eher zu bezweifeln. Stattdessen spielen vor allem touristische und damit auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle für die Entstehung des Pilgerweges. Denn bereits im Mittelalter bedeutete ein Pilgerstrom auch wirtschaftlichen Segen für die Orte entlang solcher Routen, da Einrichtungen für die Betreuung, Begleitung und Übernachtung der Pilger notwendig waren. Und an der „Schule Gottes“ wird es neben den malerischen Kirchen sicherlich auch die ein oder andere Gaststätte geben.

Die Europäische Union ist übrigens auch an diesem Projekt beteiligt. Sie fördert das grenzüberschreitende Projekt "Zisterzienserstraße", das Pilgerwege der Zisterzienser von Belgien bis Estland erlebbar machen möchte – und dazu gehören eben auch historische Pilgerwege aus dem norddeutschen Raum. Die Zisterzienser gelten als Beispiel europäische Integration und Vernetzung und sind für die EU somit förderungswürdig. Und nicht zuletzt hat es sich die Europäische Union zur Aufgabe gemacht, die Regionen Europas zu fördern. Und da der ist der erlebbare Tourismus dank des revitalisierten Drangs zur Natur doch ein probates Mittel…

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4 Responses to "Auf zum heiligen Pfad der Ostfriesen: Pilgerweg von Ihlow nach Norden steht vor der Eröffnung"

  1. Frankyboy sagt:

    Cool, da muss ich mal langlaufen. Klingt sehr interessant. Allerdings sind 40km etwas viel. Gibts da kürzere Strecken? Sonst mach ich schlapp. Wenn es was im Internet dazu gibt – bitte Bescheid geben!

  2. Eskil Wohlberg sagt:

    Einige Anmerkungen von einem, der bei der Planung ziemlich von Anfang an dabei war.
    Das Begleitheft mit Meditationen, Liedern und Kartenmaterial kostet € 2,50. Trotz der Beschilderung sollte man auf die Karten nicht verzichten. Auf den Rest des Heftes natürlich auch nicht :-)
    Erkennungszeichen des Weges ist das Zirkelkreuz, das auf einem Stein in Ihlow gefunden wurde.
    Den Weg denken wir uns zweigeteilt. Am ersten Tag geht es über 27 Kilometer von Ihlow nach Marienhafe, am 2. Tag sind “nur” noch 13 Kilometer von Marienhafe nach Norden zu bewältigen.
    Meditationsstationen sind neben Kirchen u. a. eine Wegegabelung, die KZ-Gedenkstätte in Engerhafe, die Bundesstraße bei Osteel und der Tidofelder Forst.

    Und zugegeben: Es ist komisch im Jahre 2007: Wirtschaftliche Interessen haben das Vorbereitungsteam nie bestimmt. Gibt´s

  3. Helge sagt:

    Hallo Eskil, danke für die zusätzlichen Infos, sehr interessant. Ich bemühe mich, das Style noch so hinzubiegen, dass auch der Rest des Kommentars noch dargestellt wird.

  4. Silke sagt:

    Gibt es denn dazu nun eine Internetseite mit Fotos und weiteren Infos?

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