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Endgültig ausgelöscht: Adolf Hitler ist kein Ehrenbürger Emdens mehr

Wir schreiben das Jahr 1889, es ist der 20. April. Ein unglückseliger Tag. Denn in Braunau am Inn in Österreich erblickt Adolf Hitler, späterer Schulabbrecher, erfolgloser Künstler, Antisemit, Massenmörder, Barbar, Diktator, Kriegstreiber und –verbrecher das Licht der Welt. Man munkelt, der Himmel hätte an diesem Tag viele Tränen vergossen. Auf den Tag genau, 44 Jahre später: Emden verleiht dem regierenden Reichskanzler Adolf Hitler anlässlich seines Geburtstages in Abwesenheit die Ehrenbürgerschaft.

Nach dem Ende des Nazi-Regimes konnte und wollte sich wohl niemand mehr an diesen Tag erinnern. Und irgendwie und irgendwann verschwanden dann auch die Original-Urkunden. Eine Ehrenbürgerschaft hatte es nie gegeben. Doch Aktenbereinigung ist keine Geschichtsbereinigung.

Die Gegenwart, Mai 2007. Eine Meldung geistert durch die Medien der Republik, über die Ticker der Nachrichtenagenturen läuft: „Emder wollen Hitler die Ehrenbürgerschaft aberkennen“. Ein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen sei es. Ein Zeichen gegen rechte Gewalt wolle man setzen, heißt es offiziell. Was war passiert? Man hatte sich in Emder Kreisen an den unsäglichen Tag erinnert.

Formal war die Ehrenbürgerschaft niemals aufgehoben worden – brauchte sie eigentlich auch gar nicht. Denn nach der niedersächischen Gemeindeordnung erlischt die Ehrenbürgerschaft eines jeden Bürgers mit seinem Tod. Dennoch beschlossen die Emder Fraktionen am Donnerstagabend die posthume Aberkennung von Hitlers Ehrenbürgerschaft. Und das ist auch gut so, denn man will sich ja nichts nachsagen lassen. Zudem erinnert es auch daran, dass auch im abgelegen Ostfriesland die Nationalsozialisten Abnehmer für ihren ideologischen Unsinn fanden.

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