20

Medienkrieg in Ost-Friesland?

Von der – nach außen hin zumindest noch – reichhaltigen Zeitungslandschaft Ostfrieslands haben wir an dieser Stelle bereits gehört. Ebenso von dem eigentümlicher Fernseh-"Sender" FRF1 (Friesischer Rundfunk), der in die ost-friesischen Kabelnetze eingespeist wird.

Alles in allem also paradiesische Verhältnisse in der friesischen Medienwelt? Wohl kaum. Zur Stunde gehen Mitarbeiter und Fans des friesischen Rundfunks in Wittmund auf die Straße und demonstrieren für ihren FRF. Die Bildschirme bleiben schwarz. In den Kreisen Wittmund und Friesland sowie der Stadt Wilhelmshaven ist der FRF seit Tagen schon nicht mehr auf Sendung. Was ist also los in der ost-friesischen Medienwelt? Hier also der Versuch einer Dokumentation.

Holen wir etwas weiter aus. Beginnen wir bei der Zeitungslandschaft. Hatte früher fast jeder Landstrich in Ostfriesland seine eigene unabhängige kleine Heimatzeitung, die neben der ostfrieslandweiten Ostfriesen-Zeitung erschien, so existiert die Vielfalt heute nur noch auf dem Papier. Die Oldenburger Nordwest-Zeitung kaufte sich nach und nach in alle kleinen Verlage ein. Lediglich die Rheiderland-Zeitung in Weener sowie die Ostfriesischen Nachrichten in Aurich stemmen sich mit aller Kraft dagegen und sind noch unabhängig (von den Inselblättern auf Borkum und Norderney abgesehen). Viele Menschen sind allerdings der Meinung, dass dies zu einem hohen Preis geschiet, weil die beiden Blätter versuchen würden "den Teufel mit dem Beelzebub" auszutreiben, da sie eine Allianz mit der Neuen Osnabrücker Zeitung eingegangen sind, um sich der Nordwest-Zeitung zu entziehen. Diese Zweiteilung der Zeitungslandschaft ist den Zeitungen direkt anzusehen: Die ON und die RZ erscheinen mit den Mantelseiten der Osnabrücker, alle anderen mit den Mantelseiten der Oldenburger. Nebenschauplatz des "Krieges" ist etwa der Markt der Anzeigenblätter.

Zu Beginn des Jahres erregte in diesem Zusammenhang ein Artikel in der Frankfurter Rundschau aufsehen. Der Medienexperte Horst Röper berichtete von kartellrechtlichen Unregelmäßigkeiten bei der Oldenburger Nordwest-Zeitung. Die Eigner der Nordwest-Zeitung sollen kartellrechtliche Schranken bei der Beteiligung an ostfriesischen Zeitungen durch Tricks umgangen und so über verschiedene Firmen Anteile an Zeitungen erworben haben, die in dieser Höhe beim Kartellamt hätten genehmigt werden müssen. Röper nennt in diesem Zusammenhang die Emder Zeitung und die ZGO, der Verlag der Ostfriesen-Zeitung und des Generalanzeigers. Röper berichtet weiterhin von Durchsuchungen des Kartellamtes bei der Nordwestzeitung und von einem eingeleiteten Entflechtungsverfahren. Das Ergebnis steht noch aus.

Dieses Beispiel mag zeigen, mit welch harten Bandagen auf dem Medienmarkt gekämpft wird. Der Verleger der Nordwest-Zeitung soll Röper zufolge vor einigen Jahren Ostfriesland zu seinem "Interessensgebiet" erklärt haben scheint dies durchsetzen zu wollen. Und da kam es scheinbar nicht nur ihm, sondern auch vielen anderen alteingesessenen Verlegern offenbar nicht zupass, dass ein auswärtiger Medienunternehmer auf einmal so etwas wie einen friesischen Fernsehsender aus dem Boden stampfte.

Zugegeben – der Sender ist umstritten und wahrscheinlich Geschmackssache. Viele empfinden Slogans wie "Fernsehen im Land der Friesen" oder "Der Lieblingssender der Friesen" als anbiedernd. Der Sender wird nur in den Kabelnetzen verteilt und hat lediglich eine Lizenz als "Mediendienst" erhalten, nicht als Fernsehsender. Das bedeutet unter anderem, dass nur "produktbezogene" Sendungen ausgestrahlt werden dürfen. Der Macher des FRF beschreibt es auf der Homepage so: "So darf ich einen Imker hundert Fragen stellen, was nun das Besondere an seinem Honig ist, aber ich darf (überspitzt gesagt) nicht fragen, ob er schon einmal von einer Biene gestochen worden ist, weil diese Frage nichts mit dem Verkauf von Honig zu tun hat."

Nun hat der Sender dieses Gebot hin und wieder etwas "gedehnt", zuletzt bei der Wittmunder Gewerbeschau. Ein gefundenes Fressen für die örtliche Zeitung, die nach Worten des FRF-Chefs die ungünstige Gesetzeslage "zwölf Mal" ausnutzte, um gegen den FRF vorzugehen. Für den FRF-Chef ist klar, welches Ziel verfolgt wird: "Weg mit FRF1". Darum zog der Sender die Konsequenzen und stellte vor 5 Tagen den Sender im Raum Wittmund-Friesland ab. "Um die Mitarbeiter zu schützen", wie betont wird.

Während auf der Homepage des FRF immer nur vorsichtig von "einem hiesigen Verlag" gesprochen wird, wenn vom Angreifer die Rede ist, nimmt Heinz-Peter Tjaden in der Internetzeitung "Readers Edition" kein Blatt vor den Mund. Er vermutet den Wittmunder "Anzeiger für Harlingerland" als Blatt, das den FRF bei der Landesmedienanstalt angeschwärzt hat – und geht in seiner Vermutung noch weiter: letztendlich sei der "Anzeiger" nur von der Nordwest-Zeitung vorgeschickt worden, auch wenn diese in ihrer Ausgabe vom 12. Mai schrieb, dass der Informant nicht bekannt sei.

Der Verlag des "Anzeigers", bei dem auch Zeitungen in Wilhelmshaven und Jever erscheinen, ist zwar auf dem Papier unabhängig. Aber dem deutschen Journalistenverband war auch er schon negativ aufgefallen, weil er für die Wilhelmshavener Zeitung Redakteure als Leiharbeiter anstelle und sie somit unter Redakteurstarif bezahlen könne. Diese Leiharbeiter-Firma wird laut DJV unter anderem zusammen mit der Nordwest-Zeitung betrieben.

Wie dem auch sei. Der FRF-Chef gibt sich kämpferisch auf seiner Homepage, jedoch sinniert er auch darüber, ob es unter den Gegebenheiten sinnvoll sei, in Ostfriesland weiter zu machen. Zunächst einmal kanalisiert er jedoch mit der heutigen Demo die Kräfte seiner Sympathisanten in eine Richtung, die Tjaden in der "Readers Edition" deutlich bennent: "Ändert das Mediengesetz!" Der FRF berichtet auf seiner Homepage von Entrüstungsstürmen der Zuschauer im Wittmunder und Friesländer Raum nach der Abschaltung und auch die zahlreichen Einträge im Gästebuch der Seite sprechen diese Sprache.

Harren wir also dessen, was da kommen mag. Uns vom Ostfriesenblog ist bei der ganzen Angelegenheit vor allem eines schrecklich bewusst beworden: es ist dem Bürger auf der Straße (-> uns z.B) nicht möglich, sich ein neutrales Bild von der Sache zu machen. Auch wir mögen nicht entscheiden: wird der FRF von den Zeitungsverlagen gemobbt und dadurch an den Rand des Ruins getrieben oder hat der Sender das Mediengesetz fahrlässig oder bewusst gebeugt und drückt nun auf die Tränendrüse? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass es um Medienmacht und damit viel Geld geht.

Soviel also zur heilen Medienwelt in Ostfriesland.

Comments

comments

Powered by Facebook Comments

Abgelegt in: Allgemein Tags: , ,

Get Updates

Share This Post

Related Posts

20 Responses to "Medienkrieg in Ost-Friesland?"

  1. Weidner sagt:

    Danke schön! Aus meiner Sicht ein sehr objektiver Artikel. Es ist in der Tat schwer nachzuvollziehen, was die Hintergründe sind bzw. wer diese Situation veraursacht hat. Möglicherweise spannt der FRf auch Ochsen vor seinen Karren um das Mediengesetz in NDS zu ändern. Ein Interesse ist allerdings allen gemein: Der Werbemarkt und damit als Oberziel Gewinnerzielung. Wer die finanziellem Fäden beim FRF zieht ist auch ein Geheimnis; und das läßt mich diesen kritisch beobachten.

  2. geschehen am jadebusen, den 16_05_2007

    moin,

    das mit der medienkonzentration des verlegers reinhard köser von der nordwestzeitung und den ´erwirtschafteten anteilen an der ostfriesischehn medienlandschaft´ist schon länger bekannt und wurde von ZAPP dieses jahr schon ausführlich behandelt.
    abgelegt ist es unter anderem auch auf dem bürger für bürger portal der stadt wilhelmshaven [www.basu-whv.de]:
    dreiste nwz
    http://basu-whv.de/vorschau/cms/index.php?e1=610&e2=820&e3=821&e4=822

    munter bleiben!
    lupo

  3. Sabine sagt:

    Ist es vielleicht möglich, dass die ganzen Gästebucheinträge auf der FRF-Seite gefakt sind? Gibt es wirklich so viele Zuschauer des FRf, die solche Beiträge auf dem Niveau schreiben können? Zum Teil klingen die doch arg PR-lastig…weiß jemand genaueres?

  4. Helge sagt:

    Oha, jetzt kommt die Tränendrüse ins Spiel. “Die Demonstration war ein großer Erfolg. 509 Menschen standen am Dienstag in Wittmund auf dem Marktplatz und demonstrierten gegen das Landesmediengesetz. Einige Zuschauer waren bei der Rede von Funkhausleiter Karl-Heinz Sünkenberg emotional so gerührt, dass Tränen flossen.”, heißt es auf der Webseite des FRF.

  5. Frankyboy sagt:

    Dem Kommentar von Helge zufolge sind es wohl doch eher Ochsen, die der FRF vor seinen Karren spannt. Das Mediengesetz ändern die da oben aber wohl kaum wegen 500 Demonstranten. Und die Aufmerksamkeit am FRF wird auch wieder zurückgehen. Aber das Leute ihr Abo von der Zeitung kündigen, finde ich cool. Steht auf der FRF-Homepage im Gästebuch. Oder es sind Fakes. Das deutete Sabine an.

  6. Moin. Sicherlich kann man über FRF1 streiten und unser Programm bedarf wirklich einer Gewöhnung. Aber es ist in Niedersachsen nun einmal kein regionaler Rundfunk erlaubt. Also, bitte meckert über das Programm oder über sonstige Dinge bei uns – aber das wir das Gästebuch manipulieren, das glaubt hoffentlich keiner. Welche Möglichkeiten hat denn ein kleiner Sender, wenn er ständig angeschwärzt wird und ich mich wieder einmal in Hannover melden kann? Dann macht bitte Vorschläge.

    • Spannend ist erst einmal für mich, dass FRF-Sendeleiter Karl-Heinz Sünkenberg zu meinem dringenden Verdacht, dass in diesem Fall der Anzeiger für das Harlingerland hinter dem x-ten Vorstoß steckt, kein Wort verliert…Klar, geht den Zeitungsverlagen die Düse. Man muss sich doch nur einmal die Auflage der “Wilhelmshavener Zeitung” anschauen! Das macht man so: http://www.ivw.de aufrufen und nach diesem Titel suchen. Inzwischen scheint der WZ ja auch der im vorigen Jahr eingestellte Chefredakteur wieder abhanden gekommen zu sein. Wie der Brune-Mettcker-Verlag auf Konkurrenz reagiert, haben wir als Wochenzeitung 2sechs3acht4 am eigenen Zeitungs-Leib erfahren. Der WZ-Verleger gründete in der Folgewoche mit Szene Wilhelmshaven ein Konkurrenzblatt, das dreist einige meiner redaktionellen Ideen stahl und die Anzeigenpreise zerschmetterte – bis zum Verschenken. Über mich als verantwortlicher Redakteur streute der Anwalt der WZ das Gerücht aus, ich sei vorbestraft. Ich bin selbst Ohrenzeuge geworden, habe ich das sofort veröffentlicht – WZ und Anwalt wären sicherlich gegen mich vorgegangen, wenn ich gelogen hätte.
      Ich habe 2sechs3cht4 als Internet-Zeitung fortgeführt, Klageandrohungen und ähnlichen Kram vonseiten WZ oder Oberbürgermeister heftete ich ab. Einmal kam es dann doch zu einem Gerichtstermin Menzel gegen Tjaden, der jämmerlich für den Oberbürgermeister endete. Darum kann ich dem FRF nur raten: Jetzt nicht den Sende-Schwanz einziehen.
      Thema Boykott: Das ist ein sehr wirksames Mittel. Das zeigen viele Beispiele aus Gegenwart und Vergangenheit.
      Jetzt mache ich aber Schluss, sonst platzt der Ostfriesenblog.

  7. Helge sagt:

    @Sabine: Du brauchst dir das Gästebuch doch nur etwas genauer anzuschauen. Du wirst erkennen, dass auch schon vor Ausbruch dieses Konflikts eine große Zahl an FRF-Zuschauern Einträge hinterlassen hat. Warum sollten dann nicht auch zum jetzigen Zeitpunkt Besucher der FRF-Website Kommentare hinterlassen – zumal es gerade jetzt auch einen konkreten Anlass dazu gibt. Und Liebesbeteuerungen sind doch eine schöne Sache. Ob nun allerdings wirklich jemand ein Zeitungsabo wegen dieser Geschichte kündigt, vermag ich nicht zu beurteilen. Das könnte eher erdachter Aktionismus sein.

    • TOM sagt:

      Allein aber, daß der Verlag, der hier denunziert hat, jetzt die 3 Affen macht und es offiziell jetzt nicht gewesen sein will, zeigt aber schon, daß da jetzt die Düse geht. Da wird der eine oder andere doch schon gekündigt haben. Man sieht doch bei öffentlichen Veranstaltungen die Verlage verzweifelt mit Gratis-Zeitungen und 14-Tage-Probe-Abos um jeden Leser kämpfen. Das sehr verzweifelte Bemühen mit relativ schwachen Jugend-Seiten um junge Leser zu werben. Rabatte bei Familienanzeigen, ihr Bemühen, sich im Internet im Fernsehen zu versuchen usw usw. Journalisten werden zu Dumping-Löhnen verpflichtet. Tarife hält kaum noch einer ein. Dem guten alten Dorfblatt steht das Wasser bis Oberkante Unterlippe…oder schon Unterkante Oberlippe?! Es soll sogar ein Blatt geben, daß altgediente, teure Redakteure “rauswirft”, um sie dann über eine outgesourcte, aber firmeneigene Fremdfirma wieder zum halben Gehalt einzustellen. Nee, da geht die DÜSE!

      • A. Tamminga sagt:

        Zu diesem geistreichen Kommentar fällt mir auch eine Geschichte aus dem westfälischen Münster ein. Vor ein paar Monaten wurde dort die komplette Lokalredaktion der Münsterschen Zeitung auf eine ziemliche miese Tour kaltgestellt, entlassen und durch neue, wohl preiswertere Redakteure ersetzt. Auch hier war es ein Verleger, der seine geballte Macht unkontrolliert ausspielen konnte. Insgesamt waren es 18 Mitarbeiter, die entlassen wurden. Im Anschlusst kam es aus Protest zunächst zu zahlreichen Abo-Kündigungen. Unter anderem berichtete der Spiegel
        ( http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,461628,00.html )

  8. TOM sagt:

    Es geht in erster Linie natürlich um den Werbekuchen. Aber den sieht nicht FRF1 gefährdet, sondern der Verlag. Nirgendwo gibt es so eine dichtgedrängte Zeitungslandschaft wie im (Ost)-Friesischen. Die Kleinverlage von einst monopolisieren aber derart, daß es keinen Spaß mehr macht. Daß Verlage – trotz Kartellrechts – mal so 3-4 Blätter aufkaufen, ist eine Unsitte. Das ist Monopol, das ist einseitige Berichterstattung inklusive. Wer bleibt denn im Lokalen als Korrekt? Keiner! Da bricht einer in die monopolisierte “Medienlandschaft” ein, macht mit bescheidendsten Mitteln Programm und wagt es sich auch noch, seine 15 Leute durch Werbung zu finanzieren. Nicht, um nach 14 Arbeitsstunden Zuhause Geld zu zählen, sondern um den Laden am Leben zu erhalten. Natürlich ist FRF1 Konkurrenz der Zeitungen. Aber kaum, was die Berichterstattung angeht, sondern nur Konkurrent um den Werbekuchen. Und das wurmt die Verlage! Kritische berichterstattung, Gar investigative…das geht beim FRF nicht, aus bekannten Gründen. Natürlich spannt der FRF seine Zuschauer vor seinen Karren. Aber was soll der Sender auch sonst machen? ALternativ höchstens: Einpacken, in ein anderes Bundesland ziehen und ungestört arbeiten! Ich mag den Sender. Es ist nicht immer höchste Kunst. Aber der Sender ist lokal…und ausbaufähig.

  9. Pascal sagt:

    Moin Leute,

    Eben als Information: Der FRF ist kein friesischer Sender, sondern ein bayerischer. Ich habe vor einigen Monaten mit dem FRF Kontakt aufnehmen wollen (das war schon schwierig) und wollte ein paar gutgemeinte Tipps geben. Ich hätte es schön und respektvoll gefunden, dass, wenn der Sender schon nicht auf Plattdeutsch oder Friesisch oder beides sendet, dann könnte man doch wenigstens entsprechende Untertitel hinzufügen. Nachdem ich wochenlang dort über Email und Gästebuch (alle Einträge, die nicht völlig Pro-FRF sind werden gelöscht und nur die Lobeshmynen werden platziert) nichts geworden bin, rief ich dort schließlich an- in Bayern. Jede Post kommt aus Bayern, die meisten Mitarbeiter des Senders kommen aus Bayern und diese Leute wissen nicht einmal, wo Ost-Friesland liegt, wer wir sind und was unser Land ausmacht. Die Reaktion des Senders waren sehr unfreundlich und unprofessionell

    [...] Sätze gelöscht von Helge – bitte nicht im Ton vergreifen, und schon gar nicht (falsche) Tatsachenbehaupungen aufstellen. Meinungen dafür aber sehr gerne kundtun. [...]

    Viele Grüße Pascal

    • Helge sagt:

      Hallo Pascal, die Untertitel sind sicherlich eine gute Idee. Nur bedeutet das natürlich auch einen immensen Aufwand – bei nur 15 Mitarbeitern kaum zu stemmen. Und die geringe Mitarbeiterzahl wird vermutlich auch der Grund sein, warum dein Anliegen unbeantwortet blieb. Ich finde es übrigens nicht verwerflich, wenn du nach einem Telefon in Bayern landest, denn möglicherweise wurdest du zu einem Call-Center oder einer Hotline weiterverbunden. Und es ist doch lobenswert, wenn du statt irgendwo in Osteuropa im tiefsten Bayern landest. Darüber hinaus haben die Macher um Herrn Sünkenberg meines Wissens bayerische Wurzeln bzw. dort ebenfalls Projekte laufen. Sollte ich mich irren, bitte korrigieren. Und dass sich Mitarbeiter, die ständig in (Ost-) Friesland unterwegs sind, dort nicht auskennen, bezweifele ich doch stark.

      • TOM sagt:

        Die Mitarbeiter kommen übrigens ausnahmslos aus unserer Region. Karl-Heinz Suenkenberg selbst ist Niedersachsen, hat aber viele Jahre in München eine eigene TV-Agentur gehabt. Mag sein, daß ihm eine Agentur in Bayern bei der Bearbeitung der Post hilft. Aber sonst ist da alles (ost-)friesisch, was drauf steht….

  10. @Hauke: Ein sehr schöner Artikel. Allerdings zieht FRF1 nicht in den Krieg, sondern verschanzt sich gegen mächtige Kanonenschüsse. Und wir haben keine Abwehrraketen im Keller, die wir dagegen halten können. Unsere einzige Waffe, um in diesen Worten zu bleiben, ist der Zuschauer. Und unsere Zuschauer haben von allen bisherigen Angriffen nichts mitbekommen. So, nun genug der militärischen Worte. Kurzum: Seit Sendestart gab es ständig etwas auf die Birne und unsere blauen Augen heilen einfach nicht ab. Jetzt haben wir die Notbremse gezogen und unsere Zuschauer informiert. Wir haben keinerlei Interesse an Medienmacht oder an einem riesigen Werbemarkt. Dazu noch Folgendes: derzeit hat unser Werbeblock eine Länge von etwa 18 Minuten. Wenn jetzt noch 20 Werbekunden auf der Matte stehen würden – was dann? Also, wir können nicht mehr aufnehmen. Sonst würden wir 10 Minuten „Nachrichten“ bringen und 50 Minuten Teleshopping. Die Belastungsgrenze ist schon lange überschritten und unser Werbeblock weit überzogen. Und noch ein wichtiger Aspekt, den man nicht bedenkt. Wenn ein Werbekunde bei uns einen Jahresvertrag abschließt, dann bedeutet das nicht immer etwas Gutes für uns. Je länger ein Spot läuft, je kreativer müssen wir mit der Zeit werden – ansonsten „versendet“ sich das Stück und wird zum Abschalter.

    @Sabine: Einträge in unser Gästebuch sind derzeit super gefährlich. Rein rechtlich sind wir dafür verantwortlich und in der jetzigen Situation können wir davon ausgehen, dass die Rechtsanwälte des Verlages ständig die Einträge im Auge haben. Aus Wettbewerbsgründen kann somit eine schicke Anklageschrift ins Haus flattern. So darf zum Beispiel ein Zuschauer schreiben, dass er sein Abo kündigt – aber er darf andere nicht auffordern, das zu tun. Somit achten wir derzeit ganz streng auf die Formulierungen unserer Zuschauermeinungen. Übrigens: Zwischen „Ich kündige mein Abo“ bis zu „Ich hab es gemacht“ ist ein weiter Weg.

    @Weidner: Was die finanzielle Seite angeht, so ist FRF1 mit einem Handwerksbetrieb zu vergleichen. Hier werden keine riesige Summen umgesetzt. Da wir nicht über Satellit ausstrahlen sind die Kosten sehr überschaubar. Die höchste Kostennote ist, wie in vielen anderen Betrieben auch, die Personalkosten. Alle Mitarbeiter sind fest angestellt. Wir beschäftigen auch drei Volontäre und drei Auszubildende (haben auch schon eine Zusicherung für eine anschließende Übernahme erhalten)

    @Pascal: Der Pascal ist unser Redaktion kein Unbekannter – ganz besonders unser Zuschauerredaktion. Ab 21:00 Uhr wird das Telefon an ein Call-Center weitergeschaltet, damit von den 15 auf dem Gaumen laufenden Mitarbeitern nicht noch einer hier am Telefon sitzen muss. Die Anrufe nach 21:00 Uhr haben es aber oft in sich. Einige sind sehr ernst zu nehmen, andere erzählen den Damen nur ein paar „nette Sachen“. Unser Zuschauertelefon ist eine Mischung aus „Ich hab gerade den Beitrag vom Schützenverein XY gesehen. Unser Schützenverein hätte nächste Woche auch …“ und „ Warum sehen wir nie Bilder aus Leer?“. Häufig werden auch – wie im aktuellen Fall -Verbesserungsvorschläge gemacht. Kommen wir dann diesem Vorschlag nicht unverzüglich nach, wird der Anrufer beim zweiten oder dritten Anruf böse. So kann ich mich noch erinnern, dass der „Beschwerdeführer“ auch bemängelt hat, dass zu wenig Möwengeschrei in unserem Programm zu hören ist. Wenn Pascal Post aus Bayern bekommen hat, dann muss er ein Autogramm angefordert haben. Das ist die einzige Sparte, die wir ausgelagert haben. Zur Info: 15 Mitarbeiter, davon machen 9 Mitarbeiter Fernsehen und 6 nur administrative Dinge – u.a. auch die vielen Verbesserungsvorschläge und Autogrammanforderungen von Pascal zu beantworten. Natürlich kommen alle Mitarbeiter aus der Region und sind Friesen.

    @Alle: FRF1 hat nichts zu verstecken. Jeder kann bei uns hereinschauen – und vielleicht auch einmal einen Tag mit einem Kamerateam mitfahren und erleben, was wir erleben. Oft sehen dann die Interessierten unser Programm mit anderen Augen. Fernsehen machen ohne Ton – das ist nicht immer ganz einfach.

    • Dietmar sagt:

      Sehr geehrter Herr Sünkenberg,

      ich dachte sie wären transparent und offen in der Kommunikation zu Ihren Zuschauern.

      Schade das Sie nicht auf meine Frage reagiert haben.

  11. Turbo sagt:

    Das eigentliche Problem ist nicht das bisher angesprochene. Es ist ein “religiöses”. Wil heißen. Man hat den Markt unter sich aufgeteilt, kartellrechtlich unbedenklich, versteht sich. Und man mobbt alles wech, was stört, eigene Meinung hat, oder die zentrale Linienführung hinter allen News IN der BRD für die BRD aufdecken möchte. Wichtige Meldungen – kommen nicht durch, bzw. werden bereits in den genauso “völlig privaten” Agenturen vorab rausgefiltert. Wißt Ihr das als offensichtliche “Naivlinge” nicht, oder habt Ihr vorbeugend bereits die Schere im Kopf? Lest mal bitte bei Wikipedia unter The New York Times dort die Diskussionsseite bezüglich des Statements von John Swinton, dem Chefredaktor, der mal klar “Tacheless” geredet hatte. Übrigens, da hat sich seit 100 Jahren wirklich was geändert, das Datum. *Schalom* allerseits.
    Und – glaubt bitte weiter an die mediale Freiheit, einer muß es ja noch tun. Als Letzter bitte dann das Licht ausknipsen, wegen dem Ozon-Loch, eh, dem Kohlendioxid-Fake der Polit-Bonzokratie. Ich atme dann auch nur noch reinen Sauerstoff aus, versprochen …
    Turbo

  12. Heiner sagt:

    Mittlerweile hat sich der FRF offenbar mit regiotv unterhalten, wie ich im FRF-Gästebuch vorgeschlagen hab – nun laufen dort im Laufband Gästebucheinträge durch und es werden Bilder von der Demo gesendet.

    Letztlich wurde regiotv auch ein Opfer – ob es allerdings der gleiche Verlag war, ich weiß es nicht. Die Oldenburgische Volkszeitung wars auf keinen Fall, die arbeitet ja sogar mit denen zusammen. Aber die Nordwestzeitung wird auch hier verkauft. Daher wäre es nicht unwahrscheinlich dass hier die selben Leute Druck machen. Aber das wissen Karl-Heinz, die FRF-Mitarbeiter und die Leute von regiotv selbst sicher besser als wir hier.

    Meiner Meinung nach sollte in der Sache dringend gehandelt werden – das illegale Monopol muss aufgelöst werden, und das Mediengesetz soll endlich dahin geändert werden, das auch in Niedersachsen richtiges Regionalfernsehen möglich ist. Wenn man sich mal sowas wie Hamburg 1 ansieht oder Westmünsterland TV(wmtv)… hätten FRF und regiotv die Möglichkeiten, würden die doch sicher auch so ein umfangreiches Programm machen, oder?

    Wir hier hätten dann sogar 2 Regionalsender – regiotv und FRF 3, wenn dieser wie geplant noch starten soll. Wäre nett wenn mal bekannt würde, wann dieser startet bzw. ob er überhaupt noch startet, soweit das absehbar ist.

    Auch frag ich mich ob die beiden Sender dann noch so wie jetzt zusammenarbeiten, schließlich bedienen sie dann ja beide auch teilweise das selbe Gebiet. Doch das wird man dann ja sehen.

  13. Dietmar sagt:

    Hallo zusammen,

    gibt es jetzt nach der Demo etwas Neues??

    Oder läuft alles wie bisher und es wird von Seiten des Verlages versucht die Sache auszusitzen??

    Würde mich interessieren wie es mit dem FRF weitergeht.

    Freundliche Grüße aus Leer
    Dietmar

  14. Helge sagt:

    Hallo Dietmar, vermutlich liest Herr Sünkenberg hier auch nicht regelmäßig mit, da er sicherlich andere Dinge zu tun hat. Insofern musst du dich wohl etwas gedulden, oder ihm direkt eine E-Mail schreiben.

Leave a Reply

Submit Comment

© 2017 Ostfriesenblog.de. All rights reserved.