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Ostfriesland, einig Pferdeland: das Ostfriesenpferd

Stabil und doch wendig, manchmal aber auch "nervig": Der Ostfriese

Über deichtypische Kühe und ihre erstaunliche Ähnlichkeit mit den weiblichen Vertretern des Ostfriesengeschlechts wurde an dieser Stelle schon mehrfach gewitzelt. Doch noch eine andere Gattung darf sich der friesischen Herkunft rühmen: das ostfriesische Pferd. Erstmals im frühen 18. Jahrhundert verzeichnet, hat sich die Zucht mit dem robusten Gaul über die Jahrzehnte beständig fortgesetzt. Die sonst oftmals beklagten Bodenverhältnisse (Fußball im Matsch) Ostfrieslands boten von jeher ein El Dorado für Pferdezüchter. Sogar die ersten Stut- und Hengstbücher Deutschlands wurden hier eröffnet. Ostfriesland, einig Pferdeland? Mitnichten, …

… denn mit der Technisierung der Landwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg war es erstmal mit der Zucht vorbei. War bisher wildes Paaren mit spanischen, orientalischen oder auch englischen Trabern angesagt, ging die Deckungsrate 1964 auf 10% des Durchschnitts der letzten 20 Jahre zurück. Unverständlich – waren sie doch 1911 noch für besondere Merkmale gelobt worden, von denen einige heute noch für ihre menschlichen Namensvettern gelten. So berichtet der Zuchtverband für das Ostfriesische und Alt-Oldenburger Pferd e.V. auf seiner Homepage: trocken, nicht aufgeschwemmt macht der Ostfriesengaul einen harten und nervigen Eindruck (Link).

Trotz dieser eindeutigen Qualitäten zählte der Ostfriese in den 1960ern und 70ern zu den vom Aussterben bedrohten Haustierrassen. Erst ab 1983 ging es wieder bergauf: Liebhaber der Deichmähre begannen wieder mit der Zucht. Nach Polen, Dänemark und die Niederlande verschlagene Pferde auf "ostfriesischer Grundlage" wurden zur Deckung eingesetzt, sodass der Bestand bald wieder kräftig anwuchs. 1986 schließlich gründete sich der "Zuchtverband für das Ostfriesische und Alt-Oldenburger Pferd e.V.". Seither ist der Bestand gesichert: Mit 20 deckwilligen Paarungshengsten und 160 eingetragenen Stuten ist ein Aussterben wohl vorerst ausgeschlossen.

Bleibt eigentlich nur eine Frage offen: Wie klingt so ein Ostfriesengaul eigentlich? (Auflösung hier: Hengst, Stute)

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4 Responses to "Ostfriesland, einig Pferdeland: das Ostfriesenpferd"

  1. Frankyboy sagt:

    Aha – so klingt also ein Ostfriesenpferd. Wohl im Stimmbruch, wah? :-)

  2. Malte sagt:

    Was es nicht alles gibt in Ostfriesland. Das mit den Audiodateien ist ne gute Idee. Aber mit “nervig” ist in dem Zusammenhang doch sicher was anderes gemeint?

  3. Helge sagt:

    @Nina, eine Frage zur Bildbeschreibung: Meinst du damit zufälligerweise eigentlich mich? :-)

    • Nina sagt:

      @Helge: Naja, zumindest die Artikulation hast du schon drauf. Das mit dem Wendigsein, das musst du, glaube ich, nochmal üben ;-)

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