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Ostfriesen auf Schatzsuche in der Nordsee

Das aktuell grassierende Piraten- und Goldschatzfieber macht auch vor Ostfrieslands Grenzen nicht halt. Doch diesmal ist nicht etwa der skurrile Captain Jack Sparrow Schuld, sondern die Nachrichtenagentur ddp. Die berichtet nämlich, dass die Borkumer Firma Cimbria Operations mit Hilfe von Tauchern die „Cimbria“ bergen möchte. Das in rund 30 Metern Tiefe liegende Schiffswrack war am 19. Januar 1883 etwa 19 Seemeilen vor der Insel Borkum gesunken. Das Bergungsunternehmen spekuliert auf eine wertvolle Fracht. Es gibt Vermutungen, dass zur Ladung des Schiffes auch die Reisekasse eines Spielwarenherstellers gehörte. Ihr Wert: angeblich zwei Millionen Goldmark. Außerdem kursieren weitere Gerüchte über…

… Kisten voller Gold. Die Bergung ist bereits der zweite Versuch, die Schiffsladung zu heben. Bereits 2001 hatte ein inzwischen insolventes Unternehmen Porzellan vom Grund der Nordsee ans Tageslicht gebracht. Die Aktion in rund 30 Metern Tiefe wurde jedoch abgebrochen.

Hintergrund: Wie sank die Cimbria?

Der in Schottland erbaute Transatlantikliner „Cimbria“ war bei dichtem Nebel von dem englischen Dampfer „Sultan“ in den frühen Morgenstunden an der Backbordseite gerammt worden. Dabei wurde die Bordwand unterhalb der Wasserlinie aufgerissen, so dass das Schiff unmittelbar nach der Kollision sank. Von den 437 Passagieren und Besatzungsmitgliedern der Cimbria überlebten nur 56 Menschen das Unglück.

Alles nur ein Marketing-Gag?

Vor dem Hintergrund des aktuell gehypten Kinofilms „Pirates of the Caribbean“ passt die gestrige Meldung der ddp ins Bild. Denn im Originalwortlaut des ddp-Berichts heißt es, dass das Borkumer Unternehmen von den Redakteuren kontaktiert und befragt worden war. In welcher Form dann Dichtung und Wahrheit zu einem Ganzen zusammengefügt werden, wissen wir leider nicht. Zumal auch der Projektleiter des Bergungsunternehmens nicht davon ausgeht, Gold zu finden.

Was wir aber wissen ist Folgendes: Bereits zum Start von „Pirates of the Caribbean“ bestimmte eine Meldung über einen Schatzfund die Boulevard- und Tagespresse. Im Atlantik hatten Tiefseetaucher angeblich Silber- und Goldmünzen im Wert von 500 Millionen Dollar aus einem noch unbekannten Schiffswrack geborgen. Ebenso nebelhaft ist der Fundort. Gelichtet hat sich aber der Schleier um das Bergungsunternehmen, an dem Walt Disney beteiligt ist. Und wer Johny Depp & Co finanziert, kann sich nun sicherlich jeder denken. Es ist halt nicht alles Gold, was glänzt.

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